
Du hast dein Google-Unternehmensprofil angelegt, die Bestätigung ist durch, und seitdem ist Ruhe. So geht es den meisten Betrieben. Das Profil existiert, aber es arbeitet nicht.
Optimieren heißt hier nicht, einen geheimen Trick zu finden. Es heißt, Google und deinen Kunden das zu geben, was beide sehen wollen: vollständige Angaben, aktuelle Bilder, echte Antworten. Die 7 Hebel in diesem Beitrag sind sortiert: die wichtigsten zuerst.
Hebel 1: Alles ausfüllen, wirklich alles
Öffne dein Profil und geh jede Rubrik einmal durch. Beschreibung, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Website, Leistungen, Attribute wie barrierefrei oder Terminvereinbarung erforderlich. Jedes leere Feld ist eine Frage, die ein Kunde stellt und keine Antwort bekommt.
Die Unternehmensbeschreibung ist dein freier Text. Schreib in zwei, drei Sätzen, was du machst, für wen und in welchem Gebiet. Ohne Werbefloskeln, dafür mit den Worten, die deine Kunden benutzen.
Denk auch an die Feiertage: Google fragt vor Feiertagen nach Sonderöffnungszeiten. Ein Profil, das am Feiertag als geöffnet angezeigt wird, obwohl niemand abnimmt, produziert enttäuschte Anrufer.
Hebel 2: Leistungen in Kundensprache
Kunden suchen nicht nach Elektroinstallationstechnik. Sie suchen nach Wallbox anschließen, Sicherung fliegt raus, Durchlauferhitzer tauschen. Trag deine Leistungen einzeln ein und benenn sie so, wie ein Kunde sein Problem beschreiben würde.
Nimm dir dafür eine Viertelstunde und geh deine letzten 20 Aufträge durch. Was stand auf den Rechnungen? Genau diese Begriffe gehören als Leistungen ins Profil.
Hebel 3: Fotos mit System statt einmal und nie wieder
Fotos sind der Teil des Profils, den Kunden am längsten anschauen. Und der Teil, der am schnellsten veraltet. Ein Profil, dessen neuestes Foto zwei Jahre alt ist, wirkt wie ein Betrieb, bei dem nichts passiert.
Mach es dir einfach: Nach jeder Baustelle, die sich vorzeigen lässt, ein Foto direkt vom Handy hochladen. Vorher fragen, ob der Kunde einverstanden ist, keine erkennbaren Personen oder Adressen. Echt schlägt Hochglanz, ein sauber verlegter Boden sagt mehr als ein gekauftes Symbolbild.
Hebel 4: Bewertungen im Rhythmus
Bewertungen sind für viele Kunden das erste, was sie lesen. Der Fehler der meisten Betriebe ist nicht, zu wenige zu haben. Er ist, nur dann welche zu bekommen, wenn ein Kunde von sich aus daran denkt.
Bau dir einen Rhythmus: Nach jedem abgeschlossenen Auftrag, bei dem der Kunde zufrieden war, bittest du um eine Bewertung. Persönlich oder per Nachricht mit dem direkten Link zu deinem Profil. Und dann das, was fast niemand macht: Antworte auf jede Bewertung, auch auf die guten. Zwei Sätze reichen.
Wichtig für die rechtliche Seite: Bewertungen kaufen oder mit Rabatten belohnen ist verboten und kann teuer werden. Fragen ist erlaubt, bezahlen nicht.
Hebel 5: Beiträge nutzen
Im Profil kannst du Beiträge veröffentlichen, ähnlich wie kleine Aushänge: eine abgeschlossene Baustelle, eine neue Leistung, geänderte Zeiten im Urlaub. Kaum ein Handwerksbetrieb nutzt das, dabei zeigen Beiträge Google und deinen Kunden dasselbe: Hier ist jemand aktiv.
Ein Beitrag pro Woche ist ein guter Takt und in fünf Minuten erledigt. Foto, zwei Sätze, fertig. Wenn dir das zu viel ist: Auch ein Beitrag pro Monat ist besser als ein stilles Profil.
Hebel 6: Fragen und Antworten selbst vorbelegen
Im Profil gibt es den Bereich Fragen und Antworten. Dort kann jeder Fragen zu deinem Betrieb stellen, und jeder kann antworten, auch Fremde. Wenn du den Bereich leer lässt, überlässt du ihn dem Zufall.
Google erlaubt ausdrücklich, dass du als Inhaber selbst Fragen einstellst und beantwortest. Nimm die fünf Fragen, die dir Kunden am Telefon immer wieder stellen: Kommt ihr auch nach X? Macht ihr auch kleine Aufträge? Wie schnell bekomme ich einen Termin? Stell sie ein, beantworte sie, fertig.
Hebel 7: In die Statistiken schauen
Dein Profil zeigt dir unter Leistung, was passiert: wie oft es gesehen wurde, wie viele Anrufe es gab, wie oft jemand die Route zu dir geplant hat. Diese Zahlen sind dein Kompass.
Schau einmal im Monat rein. Nicht, um dich an einer einzelnen Woche festzubeißen, sondern für die Richtung: Werden die Anrufe über drei Monate mehr oder weniger? Welche Suchbegriffe führen zu deinem Profil? Wenn dort Begriffe fehlen, für die du gefunden werden willst, fehlen sie meist auch bei deinen Leistungen, siehe Hebel 2.
Was du davon erwarten darfst, und was nicht
Ein gepflegtes Profil ist kein Schalter, den man umlegt und dann klingelt das Telefon. Es ist Pflege, die sich über Monate aufbaut. Wie schnell und wie stark sich das bemerkbar macht, hängt von deiner Region, deinem Gewerk und deinen Wettbewerbern ab, und das kann dir seriös niemand vorher versprechen.
Was sich versprechen lässt: Ein vollständiges, aktives Profil gibt Google mehr Material als ein leeres. Und es gibt Kunden, die dich vergleichen, mehr Gründe, bei dir anzurufen statt beim Betrieb mit dem stillen Profil.
Erst aufräumen, dann optimieren
Falls dein Profil noch grundlegende Baustellen hat, falsche Öffnungszeiten, doppelte Einträge, ungeklärte Inhaberschaft, dann lies zuerst unseren Beitrag zu den 5 häufigsten Fehlern im Google-Profil. Und wenn du noch gar kein Profil hast, findest du in der Anleitung zum Erstellen den kompletten Weg, Schritt für Schritt.
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